Photovoltaikanlage konfigurieren

Mit unserem Konfigurator planen Sie in einfachen Schritten Ihre Solaranlage.

Konfigurator starten

LiveChat

Stellen Sie Ihre Fragen direkt online an unsere Kundenberater

Service Telefon

Sie haben Fragen?
Sie erreichen uns unter
0 62 21 - 99 86 97-0
täglich von 9 - 18 Uhr (Mo. - Fr.)

Kontaktanfrage

Senden Sie uns Ihre Anfrage, wir melden uns umgehend bei Ihnen.

Kontaktanfrage senden

Rückrufservice

Wir rufen Sie gerne zurück!

Rückruf anfordern

Steuerliche Aspekte beim Betrieb einer PV-Anlage

Grundsätzlich wird jeder Betreiber einer netzgekoppelten Photovoltaikanlage unternehmerisch tätig.

Das hat Folgen für die Berechnung der Einkommensteuer und vor allem auch bei der Umsatzsteuer.

Als erstes müssen Sie sich entscheiden, ob Sie sich umsatzsteuerlich als Kleinunternehmer einstufen lassen möchten oder ob Sie - wie die meisten Betreiber von Photovoltaikanlagen - Umsatzsteuer in Rechnung stellen wollen.

Betrachten wir die Vor- und Nachteile beider Möglichkeiten

Zunächst wird jedem Betreiber einer PV-Anlage - unabhängig von seiner Entscheidung eine im EEG festgelegten Einspeisevergütung vom Netzbetreiber zu beziehen - 19% Umsatzsteuer auf die Vergütung gezahlt.

Entscheiden Sie sich für die Kleinunternehmerregelung, können Sie keine Vorsteuern geltend machen, müssen aber auch keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen. Sie zahlen also beim Kauf der Anlage den vollen Steuerbetrag, erhalten dann die Einspeisevergütung als Netto-Betrag.

Lassen Sie sich nicht als Kleinunternehmer einstufen, sondern wählen die Regelbesteuerung, müssen Sie die Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen, können aber die Vorsteuer geltend machen. So zahlen Sie bei der Anschaffung zwar ebenfalls den Brutto-Betrag, bekommen aber vom Finanzamt die Steuer rückerstattet. Die Einspeisevergütung wird ihnen vom Netzbetreiber ebenfalls mit Umsatzsteuer gezahlt, diese können Sie dann einfach ans Finanzamt durchleiten.

Schauen wir uns das an einem Beispiel an:

Sie erwerben eine Photovoltaikanlage für 20.000 EUR zzgl. 3.800 EUR Umsatzsteuer. Für Ihre Anlage haben Sie also insgesamt 23.800 EUR gezahlt.

Vom Netzbetreiber erhalten Sie jährlich 1.500 EUR Einspeisevergütung plus 19% Umsatzsteuer, insgesamt also 1.785 EUR. Auch für eigenverbrauchten Strom müssen Sie Umsatzsteuer zahlen. Dazu multiplizieren Sie die Menge an eigenverbrauchten Storm mit dem in ihrem Gebiet üblichen Preis für Netzstrom und rechnen aus diesem Betrag die 19% Umsatzsteuer aus. Diese müssen Sie dann ebenfalls ans Finanzamt abführen.

Haben Sie sich als Kleinunternehmer beim Finanzamt erfassen lassen, bleibt es bei Ihren gezahlten 23.800 EUR.

Die Vergütung für eingespeisten Strom liegt bei 1.500€. Allerdings brauchen Sie hier dann auch nicht die 285 EUR Umsatzsteuer aus der Einspeisevergütung an das Finanzamt abzuführen.

Haben Sie auf die Einstufung als Kleinunternehmer verzichtet, müssen Sie die 285 EUR Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen.

Im Gegenzug kann die komplette Umsatzsteuer, die für die Investition angefallen ist, aber abgezogen werden (sog. Vorsteuer).

In unserem Fall erhalten Sie also vom Finanzamt die 3.800 EUR (Umsatzsteuer aus der Investitionssumme) komplett zurück.

Unabhängig davon können Sie die Anlage abschreiben und zwar mit 5% jährlich. Das entspricht einer Nutzungsdauer von 20 Jahren.

Nun machen Steuererklärungen nicht unbedingt Spaß. Deshalb schreckt vielleicht der eine oder andere zurück, wenn er erfährt, dass man beim Betrieb einer PV-Anlage vom Finanzamt wie ein Unternehmer behandelt wird und möchte daher die Kleinunternehmerregelung wählen.

Das Ganze ist aber halb so schlimm und beginnt damit, dass man erst einmal einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen muss. Den bekommt man beim Finanzamt oder man lädt sich das Formular im Internet herunter.

Bei der Regelbesteuerung muss man, wie gesagt, zunächst jeden Monat die Umsatzsteuer aus der Einspeisevergütung an das Finanzamt abführen. Das müssen Sie für das Inbetriebnahmejahr und das Folgejahr durchführen.

Dazu brauchen Sie das Formular Umsatzsteuererklärung.

Das hört sich aufwendig an, macht aber nur beim Ausfüllen des ersten Formulars etwas Arbeit. Für die nächsten Monate übernimmt man einfach die eingetragenen Werte.

Besonders einfach wird dies, wenn man bereits mit ELSTER die Steuererklärung online durchführt.

Wenn im ersten vollen Betriebsjahr die Zahllast unter 6136 €, aber höher als 512 € ist, kann man zur vierteljährlichen Abgabe übergehen. Liegt die Umsatzsteuer unter 512 €, genügt sogar eine jährliche Abgabe.

Zu guter Letzt müssen Sie zusammen mit Ihrer Einkommensteuererklärung das Formular Einnahmenüberschussrechnung ausfüllen.

Hier stellen Sie Ihre Einnahmen, i. A. die Einspeisevergütung, und die Ausgaben gegenüber.

Als Ausgaben zählen zum Beispiel Anschaffungs-, Planungs-, Überwachungs- und Versicherungskosten, Wartungskosten, Reparaturaufwendungen, Kreditzinsen und nicht zu vergessen, die Abschreibung Ihrer Anlage auf 20 Jahre.

Einnahmen wären die Einspeisevergütung aber auch der selbstverbrauchte Strom.

Die Differenz, sowohl ein Plus als auch ein Minus, fließt in das von Ihnen zu versteuernde Einkommen ein.

Wie gesagt, zunächst hört sich das nach viel Arbeit an. Da sich aber im Prinzip nur die Werte für die Einnahmen und eventuell für die Ausgaben ändern, brauchen Sie in den beiden Formularen Umsatzsteuererklärung und Einnahmenüberschussrechnung jeweils bloß eine Handvoll Zahlen zu ändern und einzutragen. Das war es auch schon.

nach oben